top of page

Tag 212+213: Schnorchelparadies!

  • einjahrblau
  • 21. März 2023
  • 5 Min. Lesezeit

Heute war es endlich so weit. Endlich konnten wir schnorcheln. Wurde ja auch mal Zeit, wenn ihr uns fragt ;) Zum ersten Spot fuhren wir gar nicht so weit und bekamen alle eine Maske - ich schnappte uns die einzigen beiden blauen Schnorchel. Zum Einen, naja eben weil sie blau waren und zum anderen würden wir uns dann zwischen den gelben schnell finden :) Ich sorgte im Verlauf des Tages dafür, dass niemand diese beiden nahm. Dazu bekamen wir Babyöl (Spucke geht auch) um die Brille zu beschichten, damit sie nicht beschlägt. Funktioniert gut :) Wir mussten uns wieder in die Anzüge zwängen, die feucht über der Reling hingen und das wurde das einzige nervige Ärgernis des Tages :D Flossen bekamen wir nicht, damit wir die Riffe nicht aus Versehen zerstörten. Da wir eh alle mit dem Motorboot immer direkt abgesetzt wurden, waren die auch nicht wirklich von Nöten.

Wir staunten, hier waren wir (da das Wasser flacher war), noch dichter an den Korallen dran als im äußeren Great Barrier Reef. Das Wasser war auch nicht so trüb. Es ging bald zum zweiten Spot um die Ecke - Erics und mein Favorit, der der Franzosen ebenso. Leider blieben wir hier aber im Vergleich nur sehr kurz und Eric knipste so begeistert von den Riffspalten und Rissen Fotos, dass der Kapitän ihm drohte ihn aufs Boot zu holen, wenn er zu großen Abstand zur Gruppe lässt. Oh man, selbst hier wurden wir zusammen getrieben wie die Schäfchen. Und das obwohl ich wenigstens über den Rettungsschwimmer Bronze verfügte. Ich würde Eric schon nicht zurücklassen.

Richtig schlimm wurde es am dritten Spot, weil da stärkerer Wellengang war. Dort sollten wir alle auf einem Fleck schwimmen und hatten ständig Arme und Beine im Gesicht. Ist doch logisch, dass man sich dann absondert (oder es zumindest versucht).

Unter unserem neuen Dropbox-Link findet ihr ein Video, wie wir mit den Fischen schnorcheln:


An der dritten Stelle stand der mürrische Kapitän wie der King höchstpersönlich in seinem Schlauchboot und fütterte für uns, seine Untergebenen, die großen Fische. Tatsächlich waren die Fische riesig! Sie schossen an einem vorbei, dass sie einen manchmal sogar berührten, sehr zu Charlottes Freude ;) Sie schlug sich tapfer. Wir fragten immer mal ob alles okay sei. Und wir waren in einem Schwarm blau gelber Fische. Egal wohin man sich drehte, sie waren überall. Ob man jetzt aber die Tiere als Attraktion füttern musste, darüber ließ sich streiten. Das Wasser war schon ganz trüb von den kleinen Essenskrümeln. Und eigentlich können das die Tiere wohl selbst. Auf dem Boot war dann auch für uns Fütterungszeit; so langsam brauchten auch alle mal eine Pause. Da war es ganz günstig, dass wir zum vierten und letzten Schnorchelspot noch ein Stück fuhren.

Nervig war allerdings, wie wenig die Crew Auskunft gab. Die Kommunikation war so übel, es gab einfach keine Transparenz was wann wo gemacht wurde und dann wusste plötzlich einer, dass es losgeht, alle bekamen es nach und nach mit und plötzlich hatte man drei Sekunden um sich umzuziehen. Meine Güte, das kann man auch besser und kundenfreundlicher gestalten. Das kenne ich von Klassenfahrten aber anders ;) Man möchte doch auch Vorfreude anheizen. Eigentlich.

Jedenfalls war der vierte Spot nochmal cool, wir schnorchelten unserem König auf seinem Bötchen hinterher und obwohl er mit Augenrollen zu mir meinte, hier werde ich wohl keine Schildkröte sehen, schwamm genau hier eine rum! Ha! Sternschnuppenwünsche gingen eben doch in Erfüllung ;) Eric hat sie leider nicht gesehen, weil sie so schnell weg war. Aber es gab auch allerhand tolle Fische und Korallen zu entdecken :)


Das war richtig toll gewesen, alle waren zufrieden und müde und für die Nacht ankerten wir in einer kleinen Bucht, die uns an die chilenischen und neuseeländischen Fjorde erinnerte. Nach dem Essen relaxten wir mit den beiden Franzosen, Knabberzeug und Weißwein vorn auf den Netzen, schauten ehrfurchtsvoll in den Sternenhimmel und genossen die leichte Brise in der ruhigen Nacht. Das war einfach nur schön :)

Ich glaube heute sagen die Fotos mehr als meine stets mit Bedacht gewählten Worte ;)


Wir schliefen zunehmend wie zufriedene Steine, aber wir wollten nicht zu spät aufstehen (meist so gegen 7), weil der Kapitän große Reden geschwungen hatte, wir würden erst in eine Höhle wandern und wenn wir früh aufstanden, könnten wir danach nochmal schnorcheln. Da waren alle dafür gewesen. Die Wanderung entpuppte sich allerdings als ein kurzer Weg mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit und ein paar Treppenstufen. Während die anderen Ameisen-Popos leckten um die Zitronen ähnliche Säure zu kosten, zogen wir - die coole Gang ;) - uns zurück und lasen die Infoschilder zur Historie des Ortes. In der kleinen Höhle, die man nicht betreten durfte, waren ein paar wenige Höhlenmalereien nachgezeichnet worden und dann ging’s aufs Boot frühstücken.

Scheinbar gingen die Vorräte aus, denn die Corneflakes standen da ohne alles. Keine Milch, kein Joghurt, kein Obst. Wer isst die denn staubtrocken? Immerhin gab es Rührei und Brötchen. Tja, aber es gab schon wieder eine Planänderung. Ins Wasser durften wir jetzt doch nicht mehr, dafür in den warmen Kabinen unsere Rucksäcke packen. Dann stand die gut dreistündige Rückfahrt an. Die Wassertanks waren mittlerweile auch alle, sodass sich niemand mehr aufs Klo traute und wir uns (die letzten) Wasserflaschen aus der Kühlbox nahmen. Oben ließ es sich am besten im leichten Wind aushalten, denn je näher wir dem Festland kamen, desto heißer wurde es.

Schon 11 statt der geplanten Zeit 12 Uhr legten wir wieder in Airlie Beach an und auch zum Abschied gab es keine großen Worte oder gar keine Abschiedsrunde. Dafür stand ein Trinkgeldglas da. Aha. Den Feedbackbogen füllten wir sehr gewissenhaft aus ;) und schon standen wir alle wie verloren an Land. Es war zwar genau richtig, es reichte jetzt, aber der Abschied war so abrupt, dass das meiner zarten Seele zu schnell ging. Wir standen unschlüssig herum. Viele der Mitreisenden waren grußlos abgezogen. Wir wollten von unseren lieben Franzosen noch ein paar Seiten im Reiseführer abfotografieren. Aber uns auch noch von Charlotte verabschieden, die gerade mit Ute ins Café uns gegenüber eingekehrt war. Charlotte lud uns aber prompt zu einer Eisschokolade ein (voll lieb) und wir überzeugten die Franzosen sich noch einmal mit dazu zu setzen. So saßen wir nochmal in netter 6er Runde zusammen und konnten erstmal in Ruhe zurück auf dem Festland ankommen. Mir schwankte nämlich noch alles. Auf dem Katamaran hatte der Körper ja nonstop unbemerkt und ganz automatisch die Schwankungen ausgeglichen und jetzt hatte ich leichten Schwindel und fühlte mich immer noch wie auf dem Boot und erschlagen von der Hitze. Da tat der Schatten und das eiskalte Getränk richtig gut und dann konnten wir noch in Ruhe Kontakte austauschen, bevor wir mit Vero und Jean Francois zum Parkplatz liefen. Dort verabschiedeten wir uns herzlich und sind - mit Vorankündigung, sollten sie gerade verreist sein in Toulon eingeladen. Die Liste wächst und wächst… :)


Da waren’s plötzlich nur noch wir zwei und wir wollten wieder tapfer im Auto schlafen. Wir folgten der französischen Empfehlung zu einem kleinen Nationalpark zu fahren, gingen aber vor der einstündigen Fahrt ins Landesinnere noch einkaufen. Ich buchte uns für umgerechnet 9€ den einfachen Campingplatz und als wir da ankamen, begrüßten uns die Mücken. Zwei andere Paare waren auch hier; mit dem britischen Pärchen schwatzte ich kurz, denn sie hatten auch einen Awesome Campervan, der alles andere als awesome (=großartig) war. Erstaunlicherweise hatten wir nach unserem Käsebrötchen beim Einkaufen gar keinen Hunger mehr und schauten nur noch nie folge Netflix. Das Bett musste ja wieder hergestellt werden und es war zwar ein bisschen kühler hier auf dem Berg, dafür aber mückiger und es gewitterte, als wir uns auf unsere Matten legten. Das sollte eine harte Nacht werden…der Katamaran fehlte mir.

Commenti


©2022 Ein Jahr blau. Erstellt mit Wix.com

bottom of page